Was tun, wenn Ausbildung, Studium oder 1. Job ein Fail war?
Plan A läuft schief? Kennen viele! So findest du deinen Plan B
Es ist normal, sich neu zu orientieren
Klar: Im ersten Moment fühlt sich so eine Veränderung wie ein Rückschritt an. Du bist frustriert und denkst, Zeit verschwendet zu haben. Damit bist du nicht allein: Mehr als jeder vierte Ausbildungsvertrag wird vorzeitig aufgelöst (Berufsbildungsbericht 2025) Bei Studierenden sieht es ähnlich aus. Und fast alle wechseln im Laufe des Lebens mal den Job.
Gründe dafür gibt es viele. Vielleicht gehen dir folgende Gedanken durch den Kopf: „Mir gefällt meine Ausbildung nicht.“ „Ich schaffe mein Studium nicht.“ „Hilfe, ich weiß immer noch nicht, was ich beruflich machen will.“ Dazu können Struggles mit dem Umfeld, der Familie, den Vorgesetzten oder den Finanzen kommen. Oder du merkst einfach, dass deine Arbeit und du nicht zusammenpassen. Eine berufliche Umorientierung ist in jedem Fall eine echte Challenge.
Langfristig kann sich ein anderer Weg jedoch lohnen. Fabio weiß das am besten: Nach zahlreichen Rückschlägen hat er sich immer wieder neu orientiert. Hör dir im Podcast an, wie er schließlich seinen Traumberuf gefunden hat. Damit das auch bei dir klappt, kannst du viele Hilfsangebote in Anspruch nehmen.
Abbrechen und neu anfangen: Was tun?
Zwar brauchen wir alle mal einen Plan B. Eine Anleitung, die zu jedem Menschen passt, gibt es aber nicht. Denn welcher Weg sich am besten für dich eignet, hängt natürlich von dir ab. Trotzdem musst du dich nicht alleine durch die Möglichkeiten kämpfen. Im Gegenteil! Es gibt jede Menge Support und Beratungsstellen, die dir zur Seite stehen.
1. Wenn es am Thema lag
Besonders tricky ist es, zu akzeptieren, dass deine erste Wahl doch nichts für dich ist. Aber es ist nie verkehrt, zu hinterfragen, welche Richtung wirklich zu dir passt. Die folgenden Optionen helfen dir dabei:
- Analysiere mit unseren interaktiven Playlets, was dich interessiert und was dir wichtig ist.
- Lerne neue Berufsfelder kennen, an die du bisher noch gar nicht gedacht hast.
- Besuche Berufs- und Studienmessen oder Tage der offenen Tür in deiner Nähe.
- Vergleiche Studium, Ausbildung und duales Studium ohne Vorurteile.
- Schnuppere über eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) oder ein Studium Generale in ganz unterschiedliche Felder hinein. Das kannst du auch mit einem Praktikum.
Du hast bereits eine Ausbildung angefangen? Dann kannst du in eine verwandte Ausbildung wechseln, die dir besser liegt – zum Beispiel von der Industriemechanikerin zur Mechatronikerin oder vom Bäcker zum Konditor.
Rambly: Spiel das Spiel deines Lebens
Ausbildung oder studieren? Jetzt oder später? Schmeißen oder durchziehen? Triff in unserem Playlet Entscheidungen und schau, wohin sie dich führen. Starte neu, bis du deinen Weg gefunden hast.
2. Wenn es am Ort lag
Du magst, was du tust. Aber dein Ausbildungsbetrieb oder dein neues Zuhause? Eher nervig! Kein Drama: Genau dafür sind Probezeit und erstes Semester da. Sieh sie als Testversion, mach einen Cut und starte noch mal neu. Hier sind ein paar Tipps, die dir dabei helfen können:
- Sprich mit möglichst vielen Menschen außerhalb deines Betriebs, Studiengangs oder Wohnorts.
- Nimm Kontakt zur Personalabteilung eines anderen Betriebs auf. Sie kann dir Mitarbeitende vermitteln, die ihre Erfahrungen mit der Firma mit dir teilen.
- Oder frag die Fachschaft eines Studiengangs danach, wie die Menschen an ihrer Hochschule oder in ihrer Stadt ticken.
- Starte erstmal mit einem Praktikum oder setze dich in ein paar Vorlesungen, bevor du dich für die neue Option entscheidest.
Mit einer Ausbildung bei einem Betrieb klappt es einfach nicht? Dann könnte die außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE) etwas für dich sein. Hier lernst du deinen Job bei einem Bildungsträger. Für den praktischen Teil der Ausbildung gibt es dort Werkstätten oder du lernst die praktischen Fähigkeiten in einem Ausbildungsbetrieb, mit dem der Bildungsträger zusammenarbeitet. Außerdem bekommst du Hilfe im Alltag, mit dem Lernen und bei der Planung deiner Zukunft. Die Kosten zahlt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. In einem Beratungstermin findest du heraus, ob du die Förderung erhalten kannst.
3. Wenn es an deinen Qualifikationen lag
„Ich habe keine Ausbildung gefunden. Was nun?“ So geht es vielen jungen Erwachsenen. Leider klappt es mit der Wunschstelle manchmal nicht im ersten Versuch. Zum Glück kannst du deine Chancen mit folgenden Schritten erhöhen:
- Schau genau in die Ausschreibung: Welche Kompetenzen fehlen in deinem Lebenslauf? Erstelle eine Checkliste und versuche, sie bis zur nächsten Bewerbungsphase abzuhaken.
- Frag einfach mal nach, weshalb du eine Absage erhalten hast. So holst du dir die Geheimtipps ab, mit denen es nächstes Mal hoffentlich klappt.
- Dir fehlt Berufserfahrung? Probier es mit einem Praktikum oder einer Einstiegsqualifizierung (EQ).
- Dir fehlt ein Abschluss? Knifflig, aber machbar. Hier gibt es Tipps, wie du ihn nachholst.
Immer noch lost? Nimm dir Zeit!
Keine Sorge: Niemand erwartet, dass du nach deiner Entscheidung sofort weißt, was du jetzt tun sollst. Die Berufswahl ist ein Prozess, kein einmaliges To-do. Du darfst Dinge ausprobieren, Fehler machen und kleine Schritte gehen. Wenn die letzte Bewerbungsphase für Ausbildungsplätze schon vorbei ist, hast du jetzt Zeit fürs Ausprobieren. Hier sind ein paar Ideen, wie du die Übergangszeit sinnvoll nutzt:
- Engagieren: Über Freiwillige Soziale Jahre (FSJ), Bundesfreiwilligendienste und Co. gibst du der Gesellschaft etwas zurück, schärfst wertvolle Skills und bekommst je nach Vertrag auch ein wenig Geld.
- Praktikum / Arbeiten mit Bezug zu deinem Traumjob: Berufserfahrung? Check. Neue Fähigkeiten freischalten? Check. Geld verdienen? Check – sogar in manchen Praktika.
- Reisen: Müssen wir dazu etwas sagen? Selbst Arbeitgebende erkennen heute an, wie wertvoll es ist, deinen Horizont zu erweitern. Dank Au-pair- oder Work-and-Travel-Programmen auch ohne volles Konto möglich.
Okay, dein Plan A ist im Realitätscheck durchgefallen. Das ist aber alles andere als ein Weltuntergang. Denn es gibt tausende Möglichkeiten – und garantiert auch die richtige für dich. Und wenn du Hilfe dabei brauchst, sie zu finden, dann vereinbare einen Termin bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit in deiner Nähe oder finde über das Berufenavi eine Jugendberufsagentur in deiner Nähe.




